Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

A

 

Abzeichen

Zur normalen Kleidung getragene kleine Nadeln oder Pins, mit denen der Träger seine Zugehörigkeit zur Freimaurerei, einer Loge oder einem bestimmten Grad zu erkennen geben möchte.

 

 

Akazie/Akazienzweig

Symbol des Geistes, des Lebens und der Meisterschaft. Immergrüner dornenbewehrter Hartholzbaum der Gattung Cassia. Der Akazienzweig kennzeichnet in der Hirams-Legende den Ort des getöteten Meisters.
Allegorisches Symbol.

 

 

 

Allsehendes Auge/Auge der Vorsehung

Symbol des „Großen Baumeisters aller Welten“. Lidloses Auge in gleichseitigem Dreieck mit der Spitze nach oben, fast immer in einem Strahlenkranz.
Allegorisches Symbol.

 

 

Almosen/Wohltätigkeit

Brüderliche Hilfe der besonderen Art. Entstanden aus Sammlungen nach rituellen Arbeiten zur Unterstützung von Witwen und Waisen. Heute hauptsächlich zur Förderung öffentlicher sozialer Projekte. Ein Begriff hierfür ist das „Säckel der Witwe“.

 

 

 

Altar/Meistertisch

Platz des Meisters vom Stuhl im Osten des Tempels. Darauf oder auf einem Kubus unmittelbar davor werden die „Drei großen Lichter“ der Freimaurerei aufgelegt. Von hier erhält der Lehrling das Licht. Es ist kein Opferplatz wie in einigen Religionen.

 

 

Alter, freimaurerisches

Das rituelle Alter eines Freimaurers baut sich wie folgt auf: Der Lehrling arbeitet „drei Jahre und darüber“ am rauhen Stein, der Geselle hat das „fünfte Arbeitsjahr erreicht“ und arbeitet am kubischen Stein, der Meister verrichtet seine Arbeit „vom siebten Jahr an“ am Reißbrett. Der Freimaurer durchläuft in den drei Graden symbolisch den Lebensweg von der „Geburt bis zum Tod“.

 

 

Arbeitstafel/Arbeitsteppich/Tapis

Ursprünglich wurde auf dem Boden der Loge mit Kohle oder Kreide ein Bauriss gezeichnet, um alles schnell zu verwischen falls ein Uneingeweihter eintrat. Daraus entwickelten sich einfache Tafeln in schwarz/ weiß oder Teppiche und Tafelbilder in farbiger Gestaltung.

 

 

 

Arkandisziplin

(lat.: arcanum „Bundeslade, Truhe“) Sie ist die höchste Tugend der Verschwiegenheit, will das Erleben in sich bewahren und nicht nach außen zu tragen. Sie bezieht sich nur auf rituelle Erkenntnisse. Nicht zu verwechseln mit Geheimniskrämerei oder Geheimhaltung.

 

 

Aufnahme/Lichterteilung

Die Aufnahme einer Frau oder eines Mannes in den Freimaurerbund ist eine Initiationshandlung. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Einweihung nach einem alten Ritual, in dem besonders Herz und Gemüt angesprochen wird. Es ist der Schritt in ein neues Leben, in dem man Menschen findet, die man sonst nie getroffen hätte. (Siehe auch: Einweihung)


 

B

 

Bauhütte

Bei den alten Kathedralenbauten der Ort, an dem die Bausteine zugerichtet wurden, aber auch gelebt wurde. Nach der Verweltlichung der Hütten wurden sie Treffpunkte für Steinmetz-Bruderschaften, den Vorläufern der Freimaurerlogen. Das englische Wort für Bauhütte heißt „Lodge“, daher der Begriff Loge.

 

 

Beamte

Gewählte Amtsträger in den Logen: Vereinsvorstand, Meister vom Stuhl, 1. Aufseher, 2. Aufseher, Redner, Schatzmeister, Sekretär und Zeremonienmeister. Nur Meister können Beamte einer Loge werden. Ihnen obliegt die Führung und Überwachung der rituellen Belange einer Loge. Sie tragen besondere Amtszeichen bei den Arbeiten.

 

 

Beförderung

Nach einer bestimmten Zeit kann ein Lehrling nach Absprache im Beamtenrat zum Gesellen befördert werden. Es wird von dem zu Befördernden erwartet, dass er zuvor ein „Gesellenstück“ anfertigt. In der Regel bedeutet dies, dass er einen Vortrag gehalten und regelmäßig an Arbeiten seines Grades teilgenommen hat. Die Beförderung erfolgt dann in einer Tempelarbeit im 2. Grad, der Gesellenloge.

 

 

Bekleidung, freimaurerische

Die freimaurerische Bekleidung geht auf die Berufskleidung der alten Steinmetze zurück. Zu einem dunklen oder schwarzen Anzug oder Kaftan werden weiße Handschuhe, schwarze oder weiße Krawatten oder Schleife, von Frauen entsprechende Halstücher getragen. Weiter ist ein Schurz des erreichten Grades und ein Bijou Bestandteil der Bekleidung. In bestimmten Fällen existieren noch ergänzende Ausstattungen.

 

 

Besuchsregelungen

Ein Besuchsrecht besteht in der Freimaurerei allgemein nur unter Logen in denen nur Männer oder nur in denen Frauen arbeiten. Diese lassen sich untereinander nicht zu freimaurerischen Arbeiten zu. Ein Besuch gemischtgeschlechtlicher Logen ist absolut verboten.
Eine Ausnahme macht hier die liberale Freimaurerei, bei welcher es derartige Einschränkungen und Besuchsverbote nicht gibt und neben den geschlechtsspezifischen auch gemischtgeschlechtliche Logen existieren.

 

 

Bijou

Oft aufwändig gestaltete Medallien, Kreuze, Dreiecke oder Sterne, die als Abzeichen Bestandteil freimaurerischer Bekleidung sind und die Träger als Mitglied einer bestimmten Loge ausweist. Freimaurer tragen ihr Bijou mit besonderem Stolz.

 

 

Buch der heiligen Gesetze

Symbol der heiligen Gesetze aller Menschen. Nur Logen, welche die Anerkennung der „United Grand Loge of England“ suchen, müssen die Bibel oder ein vergleichbares Buch einer anderen Weltreligion auflegen.
In den Logen der liberalen Freimaurerei in Europa werden unter Berufung auf die Gewissensfreiheit andere Gegenstände oder Bücher als eines der „Drei großen Lichter“ aufgelegt wie z. B. der 24-zöllige Maßstab oder die Allgemeinen Menschenrechte.


 

D

 

Deckung/Decken

Bei Beginn der Tempelarbeiten wird überprüft, ob alle Anwesenden Freimaurer sind und sich vor der Tempeltür keine „profanen“ Lauscher befinden. Als „Decken“ bezeichnet man auch das freiwillige Verlassen der Loge, den Austritt aus dem Logen-Verein oder Logen-Verband.

 

 

Dogma

Als Dogma bezeichnet man einen Lehrsatz, der nach Auffassung seiner Verfechter keines Beweises bedarf. Die Freimaurerei sagt sich von allen Dogmen frei und fordert auf, alles zu hinterfragen. In der liberalen Freimaurerei existieren daher ausdrücklich keine Dogmen und es gilt in allen Logen ausdrücklich die Gewissensfreiheit.

 

 

Dolch

Symbol der Rache, der Verzweiflung und des Neides.
Er ist in vielen Ritualen Bestandteil der Gesellenbeförderung. In einigen Systemen ist er Schutz gegen Eindringlinge und wird dort zur Bekleidung getragen.

 

 

Dreieck/Triangel

Die geometrische Figur entsteht durch die Verbindung dreier Punkte, die nicht auf einer Geraden liegen. In dieser Form steht die Figur für die „heilige Zahl Drei“. Durch Art seiner Lage verkörpern Dreiecke aber auch die „Vier Elemente“. Doppelt ineinander verschlungen bildet sie das Hexagramm.

 

 

 

Dunkle Kammer

Auch als „Kammer des Nachdenkens“ bezeichnet, ein kleiner dunkler Raum zur Vorbereitung auf die Aufnahme. Es ist der Ort, in dem die Suchenden erstmals symbolhaft mit der Freimaurerei in Kontakt kommen. Hier soll sich jeder noch einmal innerlich prüfen, ob dieser neue Weg in die Freimaurerei der richtige ist.


 

E

 

Eid/Gelöbnis

Der alte abzulegende Eid wurde in den Jahren etwa 1960-1964 durch ein Gelöbnis abgelöst, da seine Strafandrohungen nicht mehr der heutigen Zeit entsprachen. Im Gelöbnis verpflichten sich die Freimaurer zur Verschwiegenheit über die inneren Angelegenheiten der Loge und der Erkennungszeichen gegenüber Dritten.

 

 

Einweihung/Initiation

Alle Mysterienbünde, wie auch die Freimaurerei, führen ihre Suchenden durch die Initiation in die Mitgliedschaft ein. Die Suchenden stehen im Mittelpunkt einer rituellen Handlung, die aber nur durch den Beistand helfender Zeremoniars, bewältigt werden kann. Ein unauslöschbares Erlebnis für alle, die es erleben durften.

 

 

Elemente

Die „Vier Elemente“ sind Feuer, Wasser, Luft und Erde. Die Suchenden werden auf ihrem Weg in die Freimaurerei mit ihnen in den „Drei Reisen“ des Initiations-Rituals konfrontiert. Das Feuer spendet Wärme, das Wasser reinigt, die Luft umströmt und die Erde erinnert an das ewige Werden und Vergehen.

 

 

 

Erhebung

Aufstieg von Geselle zu Meister. Nach einer Gesellenzeichnung wird von den Meistern der Loge oder dem Beamtenrat nach einiger Zeit dieser Schritt beschlossen und in einer Meisterloge durchgeführt. Mittelpunkt ist die Hiramslegende, eine Kunstlegende über den Baumeister des „Salomonischen Tempels“.

 

 

Erkennungszeichen

Von den alten Zünften übernommene Gebräuche, aber auch durchaus auch heute noch unter Steinmetzen bekannt. Sie werden den Lehrlingen bei der Aufnahme mitgeteilt und gliedern sich in Zeichen, Wort und Griff, jede Stufe hat ihre eigenen Zeichen, Worte und Griffe. Weiter gibt es noch Klopfzeichen und Passwörter für jeden Grad. Dies alles dient bis heute noch dem Schutz vor Nichteingeweihten.

 

 

Ewiger Osten

„In den ewigen Osten gehen“ ist der Begriff für den Tod in der Freimaurerei. Aus dem Osten kommt das Licht und dorthin kehren Freimaurer symbolisch wieder zurück.
Es gibt Trauer-Rituale, die auf Wunsch zelebriert werden können.


 

F

 

Farbsymbolik

 

Blau/Azur

Symbolische Farbe der Treue, der Freundschaft und des Universums. Sie ist die Grundfarbe in der sich die Johannis-Maurerei kleidet. Man findet sie als Schurzeinfassungen, Beamtenkragen, Bändern und als sonstigen Schmuck in den Logen.
Die ersten drei Grade werden als „Blaue Maurerei“ bezeichnet.

 

Gold

Sinnbild der Vollkommenheit, der Offenbarung, der Sonne und des strahlenden Lichts, aber auch der Beständigkeit und Macht. „Der Meister ist gewandet in Gold und Azur“, heißt es in alten Ritualen.

 

 

Grün

Farbe der Hoffnung und Barmherzigkeit und steht für neues Leben. Symbolfarbe der Schottenlogen. Man findet sie an Schurzeinfassungen und Bändern in höheren Abteilungen und Graden. Grün ist die Grundfarbe aller schottischen Logen.

 

 

 

Purpur/Violett

Ist eine magische Farbe. Es ist die Farbe der Demut, der Buße und der Besinnung. In der Hauptsache wird sie in den Hochgraden als Schärpe getragen. In Deutschland tragen sie die Frauen der Frauen-Großloge als Schärpe zu ihren schwarzen Kleidern.

 

Rot

Symbolfarbe der Liebe. Sie gehört zu den alten Farben der Maurerei und findet ihre Ausprägung in den so genannten Hochgraden, auch „Rote Maurerei“. Aber auch in den blauen Logen trifft man sie immer wieder. Die Meisterschurze und Bijoubänder in vielen Logen der liberalen Freimaurerei sind mit Rot eingefasst.

 

 

Schwarz

Farbe der Trauer. Sie dominiert den Meistergrad. Auch in den weiterführenden Graden und Hochgraden spielt sie eine große Rolle. In vielen Logen wird bei Trauerarbeiten der normale Schurz gewendet und die schwarze Fütterung nach außen sichtbar getragen.

 

 

Silber

Sinnbild der Nacht und Kühle, aber auch des wechselnden und gebärenden Lebens. Farbe der Weiblichkeit und des Mondes. Als weißleuchtendes Metall Symbol der Reinheit. Silber ist häufig als zweite Farbe in der Meisterloge gebräuchlich. In englischen Logen ist Silber neben Azur die Hauptfarbe.

 

 

Weiß

Farbe der Reinheit und Weisheit. Der Lehrlingsschurz sowie die Handschuhe sind fleckenlos weiß. In Deutschland ist es in den meisten Großlogen die Farbe des Großmeister-Schurzes. In einigen Hochgraden werden weiße Ritter-Mäntel getragen.

 

 

Flammender Stern

Der „Flammende Stern“ ist das höchste Symbol der Transzendenz. Er kann als Pentagramm aber auch als Hexagramm ausgebildet sein. Man findet ihn auf allen in Deutschland gebräuchlichen Arbeitsteppichen. In vielen Logen schmückt er auch die östliche Wand hinter dem Platz des Stuhlmeisters. Er ist für den Maurer das Licht, das ihm symbolisch auch in tiefster Finsternis scheint und das Herz zur Wahrheit führt.


 

G

 

„G“

Der Buchstabe „G“ bildet im Mittelpunkt des Flammenden Sterns das höchste freimaurerische Symbol. Es gibt viele Ausdeutungen wie z. B. Geometrie, Genesis, Gesetz, „Great Architect of the Universe“ oder Gott, Gnosis, Geheimnis und vieles mehr. Im Gesellengrad erfahren die Freimaurer den Sinn des Symbols.

 

 

Geheimbund

Ein Geheimbund ist eine Vereinigung von Personen, deren Tätigkeiten, Namen und Ziele geheim gehalten werden. Die Freimaurerei war und ist kein Geheimbund, auch wenn Gegner immer wieder diese Behauptung aufstellen. Alle Logen und Großlogen in Deutschland sind durch das Vereinsrecht verpflichtet, ihre Satzungen und die Vorstände bei den Gerichten bekannt zu machen. Die Bezeichnung „Geschlossene Gesellschaft“ ist hingegen zutreffend.

 

 

Granatapfel

Symbol der Fruchtbarkeit. „Aus einem Kern entstehen viele hunderte.“ Frauenlogen verwenden häufig dieses allegorische Symbol. Die Kapitelle auf den beiden Säulen im Vorhof zum Salomonischen Tempel waren mit ihnen geschmückt. Daher findet man sie auch in vielen Logen als Verzierung der Eingangssäulen.

 


 

H

 

Hammer

Als „Hammerführende Meister“ benutzen der Stuhlmeister, der 1. und 2. Aufseher in den rituellen Versammlungen, meistens sehr prächtig verzierte Hämmer aus edlem Material wie Elfenbein und Silber. Der Dreiklang dieser Hämmer regelt die Arbeit jeder Loge und sind das Zeichen der Autorität.

 

 

 

Handschenk

Zu den Erkennungszeichen der Bauleute gehörte ein Handgriff, der in besonderer Weise gegeben wurde. Diese Art des Händedrucks ist im freimaurerischen Sinne der Handschenk und findet sich im Lehrlings-, Gesellen- und Meistergriff wieder. Der Handschenk ist das einzige Zeichen, mit dem sich Freimaurer untereinander erkennen.

 

 

Handschuhe

Die weißen Handschuhe sind Teil der Bekleidung und werden dem Lehrling bei seiner Aufnahme überreicht. Sie sind Symbol des reinen Handelns und Fühlens. Diese sollen den gesamten Weg begleiten und immer unverschmutzt bleiben. Für den Lebensgefährten erhält der Freimaurer ein weiteres Paar Handschuhe.

 

 

 

Hochgrade

Alle Lehrinhalte in der Freimaurerei finden sich in den drei Johannis-Graden. Darüber hinaus gibt es weitere Stufen, die je nach System als Hochgrade oder Erkenntnisstufen bezeichnet werden. Ihr Inhalt ist die Vertiefung des gewonnenen Wissens. Die Hochgrade bilden ein abgeschlossenes, selbstverwaltetes System, z. B. der Alte und Angenommene Schottischer Ritus (AASR).


 

J

 

Jachin

Name einer Säule im Vorhof des Salomonischen Tempels. Laut Legende errichtete Hiram zwei eherne gegossene Säulen, von denen er die rechte „Jachin“ und die links aufgestellte „Boas“ nannte. An der Säule „J“ erhalten nach freimaurerischer Tradition die Lehrlinge ihren Lohn. Die zwei Säulen sind keine tragenden Säulen, tragen aber symbolisch das Universum.


 

K

 

Kanone

Es handelt sich hierbei um ein rituelles Trinkgefäß, welches in den Logen bei Tafellogen Verwendung findet. Der Begriff Kanone ist von „Kanon der Gesundheit“ (trinken auf die Gesundheit) abgeleitet. Nach einem ausgebrachten Trinkspruch werden die Gläser mit großer Wucht auf den Tisch gesetzt, daher der sehr dicke Fuß.

 

 

Kerzen

Im Eröffnungszeremonial einer rituellen Arbeit werden die drei kleinen Lichter von den Hammerführenden entzündet. Das Licht wird von einer Kerze genommen, die auf dem Meistertisch steht. Die Kerze ist also ein wesentlicher Bestandteil aller freimaurerischen Aktivitäten. So genannte „Kerzengespräche“ sind eine besondere Gesprächskultur.

 

 

Knotenschnur

Auch Quastensteil oder Vereinigungsband. Symbol für die Verbundenheit und Einheit aller Freimaurer untereinander. Sie war ein Arbeitsgerät des alten Bauhandwerks. Die einzelnen Knotenabstände waren Maßeinheiten z. .B. für den „Goldenen Schnitt“. Eine Legende besagt, sie sei das Seil gewesen, welches im Salomonischen Tempel die Sichtvorhänge vor dem Allerheiligsten verschlossen habe. Oft wird sie mit dem Unendlichkeits-Knoten dargestellt.

 

Kubischer Stein

Der kubische oder behauene Stein ist ein Symbol des Gesellengrades. Er gilt als Idealbild eines Bausteins, der sich lückenlos in ein Bauwerk einfügt. Freimaurer betrachten sich symbolisch als noch nicht fertigen Stein und wissen, dass sie in ihrem irdischen Leben niemals die Perfektion vollenden werden.

 

 

Kugelung

Ist ein geheimes Abstimmungsverfahren über die Aufnahme von Suchenden, meist in geöffneter Loge. Dabei werden schwarze und weiße Kugeln verwendet. Weiß bedeutet Zustimmung, schwarz Ablehnung. Sind nur weiße Kugeln in der Urne, ist das Ergebnis „hell leuchtend“, bei mehr als drei schwarzen Kugeln „dunkel“ und abgelehnt.


 

L

 

Licht/Lichteinbringung

Symbol der Erkenntnis und wesentliches Symbol der heutigen Freimaurerei. Der Lehrling erhält es in immaterieller Form bei der Initiation.
Die Lichteinbringung ist eine feierliche Handlung zur Eröffnung von neu gegründeten oder reaktiven Logen. Der Großmeister bringt es zur ersten Arbeit und erleuchtet so erstmals die Arbeitsstätte.

 

 

Lichter, kleine

Als „kleine Lichter“ werden die drei Kräfte bezeichnet, die symbolisch die Loge tragen. Auf den drei Säulen, die im rechten Winkel um den Arbeitsteppich stehen, werden sie feierlich entzündet und erleuchten so den Arbeitsraum. Ihre Herkunft deutet man als Ersatz der anfangs in den Logen befindlichen drei Fenster zur Beobachtung des Sonnenlaufs.

Die Säulen sind häufig künstlerisch sehr schön gestaltet. Jede der Säulen ist einem der „Hammerführenden Meister“ zugeordnet; die der Weisheit (dorisch) dem Meister vom Stuhl, die der Stärke (ionisch) dem 1. Aufseher und die Säule der Schönheit (korinthisch) dem 2. Aufseher. Die drei Säulen stehen für den Zusammenklang der Kräfte: Verstand, Wille und Gemüt.

 

 

Loge

Historisch betrachtet war die Loge eine einfach Bauhütte, in der die Maurer lebten und arbeiteten. Die Loge ist ein besonders ausgestatteter Raum, in dem man sich zum „Arbeiten“ versammelt. Es ist aber auch ein Sammelbegriff für den Verein, in dem sich die Freimaurer zusammenschließen. Sie ist das Abbild des Universums.

 


 

M

 

Maßstab, 24-zöllig

In der Freimaurerei das Werkzeug des Lehrlings und das Werkzeug für die Zeiteinteilung. Er teilt den Tag in 24 Stunden. „6 Stunden zur Arbeit, 6 Stunden, um dem Schöpfer zu dienen, 6 Stunden, um einem Freund zu helfen und 6 Stunden zum Schlaf.“ Er ist die Mahnung, als Freimaurer seine Zeit mit Weisheit einzuteilen.

 

 

Maurerkelle

Das Werkzeug, mit dem symbolisch der ausgleichende Mörtel der Brüderlichkeit aufgetragen wird und die Fugen der Menschenliebe geglättet werden. In einigen Lehrarten wird sie dem Lehrling als Mahnung zur Verschwiegenheit auf die Lippen gedrückt.

 

 
 

Mond

Der Mond ist ebenso wie die Sonne von alten Kulturvölkern verehrt worden, weil Entfaltung allen Lebens unmittelbar mit ihm verbunden wird. Sein mildes Licht erhellt nur zart die Nacht. Mond, Sonne und der Meister vom Stuhl bilden in der freimaurerischen Symbolik die Lichtquellen der Loge.

 

 

Musivischer Boden

Es handelt sich um einen Bodenbelag aus weißem und schwarzem Material, der Boden des Tempels in Jerusalem soll so gepflastert gewesen sein. Auf dem unteren Teil der meisten Arbeitsteppiche ist er zu finden. Symbolisiert die Welt der Menschen, ein steter Wechsel zwischen Werden und Vergehen, Gut und Böse, Freud und Leid.

 

 

O

 

Orden

Orden sind meist konfessionell gebundene Vereinigungen mit bestimmten Zielen und Regeln. Weltliche Orden entstammen den geistlichen Ritterorden. Während der größte Teil der Freimaurerei sich auf die tätigen Bauhütten zurückführt, berufen sich die freimaurerischen Orden auf den Templer-Orden. Ihre Mitglieder bezeichnen sich selbst als „Freimaurer-Ritter“ und reden sich mit Ordensbruder an. Einzelne Hochgradsysteme bezeichnen sich auch als Orden.

 

 

Orient/Osten

Orient ist der Ort an dem eine Loge ihren Sitz hat. Auch gebräuchlich für GrossOrient wie im Falle des SGOvD. Der Osten oder Orient ist der symbolische Ort, an dem der Meister vom Stuhl seinen Platz hat. Aus dem Osten kommt das Licht, es ist somit die Quelle der Wahrheit und der Weisheit. Der Tod führt in den Osten.

 

 

 

P

 

Philosophie

(griechisch: „Liebe zur Weisheit“) Sie führt an die Grenzen des Denkens; sie strebt nach dem Wahren, Guten und Schönen, also nach dem vollkommenen Wissen und idealen Handeln. Die Freimaurerei nutzt die Philosophie, um sich im Spannungsfeld zur Religion abzugrenzen. Immanuel Kant stellte die Fragen: „Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?“ Fragen, die auch heute noch aktuell sind.

 

 

Porzellan, freimaurerisches

Der Modellmeister Johann Joachim Kändler aus Meißen hat wohl die bekanntesten freimaurerischen Porzellanfiguren geschaffen (1742/43). Es sind Darstellungen von Einzelpersonen oder Zweiergruppen, davon einige mit Mopsdarstellungen, der Zeit angepasst. Alle Figuren sind mit Schurz und Werkzeugen versehen. Rare Sammlerobjekte.

 

 

 

R

 

Rauher Stein

Der junge Maurer muss lernen, den Stein zu behauen, daher wird er mit dem rauhen, unbehauenen Stein verglichen. Der rauhe Stein ist eines der beweglichen Kleinodien und befindet sich auf den meisten Arbeitstafeln, liegt aber auch oft für den Arbeitsbeginn in der Loge am Fußende des Teppichs bereit.

 

 

Ring

Symbol der Verbundenheit, der Unsterblichkeit, der Unendlichkeit, der Ewigkeit und der ewigen Wiederkehr weil er keinen Anfang und kein Ende hat, und der Vereinigung von Gegensätzen. Seine Darstellung findet sich bereits im archaischen Motiv der Ouroboros-Schlange, die sich in den Schwanz beißt. In der Freimaurerei hat er mehrere symbolische Bedeutungen.

 

 

Rosen

Im maurerischen Ritual spielt die Rose als Sinnbild der Schönheit und der Sehnsucht nach einem höheren Leben eine wichtige Rolle. Auch ist sie Symbol der Verschwiegenheit („sub rosa“). Die drei Freimaurer-Rosen in den Farben rosa, rot und weiß begleiten den Lebensweg des Maurers von der Aufnahme bis in den Tod.

 

 

Rosenkreuzer

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erscheint erstmals der Begriff „Bruderschaft der Rosenkreuzer“. Nach heutigem Wissen handelt es sich dabei nicht um eine Vorform der Freimaurerei, obwohl es in einigen Hochgraden den Grad des Ritters vom Rosenkreuz gibt und auch dort bearbeitet wird. Die heutigen Rosenkreuzer des A. M. O. R. C. sind eine esoterische Gesellschaft ohne Bezug zur Freimaurerei.


 

S

 

Salomonischer Tempel

Der von König Salomo (965 - 925 v. Chr.) errichtete jüdische Tempel in Jerusalem. Er wurde zerstört, einziger Rest des Tempels ist heute die „Klagemauer“. Auf den Ruinen wurde die heutige „Al Aksa Moschee“ errichtet. Die Freimaurer adaptierten den Tempel als Symbolgebäude und sehen darin die Vollendung aller Ziele. Die Hirams-Legende ist mit dem Tempel und seinem Baumeister fest verbunden.

 

 

Säulen

Im Vorhof des Tempels in Jerusalem standen die zwei nicht tragende Säulen mit den Namen Jachin und Boas. Sie bestanden aus Metall, waren etwa 18 Ellen hoch und galten als die symbolischen Träger des Universums. In der Freimaurerei findet man sie auf der Arbeitstafel und sind dem Lehrling und Gesellen zugeeignet.

 

 

 

Sanduhr/Stundenglas

Die Sanduhr symbolisiert die Zeit und die Vergänglichkeit des Lebens. Das stetige rinnen des Sandes erinnert uns daran, dass nichts stillsteht.

Als Symbol des Todes - ein „memento mori“. In fast allen Systemen Bestandteil der Vorbereitung in der „Dunklen Kammer“.

 

 

Schurz/Schurzfell

Ein Lederschurz, welcher als Schutz bei der Arbeit getragen wird. Er ist unverzichtbarer Teil der freimaurerischen Bekleidung und älter als das goldene Vlies. Er ist Zeichen der Reinheit und Unschuld. Die Lehrlinge tragen ihn bei uns in weiß ohne Klappe, die Gesellen in weiß mit Klappe und die Meister in weiß mit farbiger Einfassung.

 

 

 

Senkblei/Lot

Mit ihm wurde von den Steinmetzen die absolute Senkrechte geprüft. Die freimaurerische Symbolik besagt, dass mit dem in das Gewissen gesenkte Blei die Geradheit und Wahrhaftigkeit geprüft. Es ist eines der beweglichen Kleinodien auf der Arbeitstafel und außerdem das Beamtenzeichen des 2. Aufsehers in der Loge.

 

 

Setzwaage/Wasserwaage

Ein Arbeitsgerät zur Prüfung der absolut horizontalen Flächen. Symbol der Gleichheit aller Menschen, repräsentiert die Vernunft, betont das Verbindende und Ausgleichende. Sie zählt zu den beweglichen Kleinodien auf der Arbeitstafel. Der 1. Aufseher trägt eine Setzwaage als Beamtenzeichen.

 

 

 

Sonne

Als Symbol des Intellekts, der Vernunft und des Lichtes wird sie auf den Arbeitstafeln wie auch auf der Rückseite des Meisterplatzes dargestellt. Sie ist das Sinnbild für den Meister vom Stuhl. Ihr Lauf von Osten durch Süden nach Westen bestimmt in den Logen den Weg durch den Tempel.

 

 

Spiegel

Vielsinniges Symbol der Wahrheit und bringt durch Reflektion Licht ins Dunkel. Der vorgehaltene Spiegel der Selbsterkenntnis soll den Menschen ermahnen, die Wirklichkeit und Wahrheit seiner eigenen Unvollkommenheit und die seiner Taten zu erkennen.

 

 

Spitzhammer

Bei allen Freimaurern ist ein unbehauener Stein in Arbeit; im Westen liegt vor der Arbeitstafel ein solcher Stein und auf ihm führt der neue Lehrling mit dem Spitzhammer seine ersten Schläge in der Loge aus. Mit dem Spitzhammer soll der „junge Maurer“ alle Ecken und Kanten abschlagen, um sich in die Gemeinschaft einzupassen.

 

 

Stufen, drei

Drei Stufen stehen für die drei zu erreichenden Erkenntnisstufen oder Grade. Auf vielen Arbeitsteppichen finden sich drei Stufen mit der Bedeutung der Mäßigkeit, Gerechtigkeit und des Wohlwollens. In manchen Logen steht der Meistertisch um drei Stufen erhöht. Auch sieben Stufen haben in einigen Systemen symbolische Bedeutung.

 

 

 

T

 

Tempel

Es ist der rituell eingerichtete Raum in einer Loge. In großen Logenhäusern werden oft mehrere gradspezifische Tempelräume vorgehalten. Im Tempel herrscht während der „Arbeit“ eine rituelle Zeit- und Raum-Ordnung. Jedes freimaurerische System hat dort eigene, zum Teil abweichende Einrichtungen.

 

 

Tod

Im Tod sieht der Freimaurer einen symbolischen Übergang zu einem anderen Leben in ein uns unbekanntes Licht im „ewigen Osten“. Im Meistergrad übt er sich, die düstere Vorstellung des Todes und die mit ihr verbundenen Ängste zu überwinden. Symbole für den Tod sind der Totenschädel, die Sanduhr und die Kerze.

 

 

 

V

 

Vergissmeinnicht

Diese kleine Blüte wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zum unverfänglichen Erkennungssymbol der Freimaurer; es wurde und wird heute noch als diskretes Zeichen getragen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine kleine blaue Anstecknadel oder einen Pin.
Es fand Verwendung als Abzeichen des „Winterhilfswerks“.


 

W

 

Weiße Loge

So wird in der Regel eine Logenarbeit bezeichnet, in der ein besonderes Ritual bearbeitet wird. Der besondere Anlass ist hierfür häufig das so genannte Rosenfest zu Sommerjohanni, an dem auch die Lebenspartner teilnehmen können. Danach findet oft noch eine „Weiße Tafel“ statt. Im SGOvD nutzen wir die „Weiße Arbeit“ in unserer „Academia Masonica“ zur Einführung in freimaurerische Gespräche.

 

 

Winkel/Winkelmaß

Das Winkelmaß ist das Amtszeichen des Meisters vom Stuhl, er trägt es zum Zeichen seiner Würde; es ruht auf seinem Herzen. Der Winkel bildet mit Zirkel und Maßstab die drei „Großen Lichter“. Es ist das Symbol der Gewissenhaftigkeit, welches alles nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit ordnet und richtet.

 

 

Winkelloge

Der Begriff „Winkelloge“ bezeichnet Logen ohne Patent-/ Stiftungsurkunde einer anerkannten Großloge und hat im deutschen eine besondere Schärfe. Seit der einseitigen Abspaltung vom Großorient von Frankreich (GOdF) beansprucht die Großloge von England heute für sich das alleinige Recht, über Anerkennung und Nichtanerkennung von Logen und Großlogen zu entscheiden. Aber auch die durch den GOdF anerkannten Logen sind regulär gegründete Logen.


 

Z

 

Zahlensymbolik

Seit frühester Zeit haben die Menschen einzelnen Zahlen besondere Kräfte zugeschrieben und sie als Symbole genutzt; einige gelten als „heilig“. Auch die Freimaurerei bedient sich der Zahlensymbolik.

Die Drei ist die Wichtigste unter allen, da sie die Vollkommenheit symbolisiert. Drei Werkzeuge sind für den Kathedralenbau wichtig: Maßstab, Wasserwaage und Senkblei.

Die Fünf, zusammengesetzt aus 3 (männlich) und (2) weiblich ist die Zahl der Vereinigung. 5 Blätter hat die Rose, 5 Finger die Hand und 5 Sinne hat der Mensch.

Die Sieben ist die Zahl mystisch-magischer Bedeutung. 7 Tage hat die Woche, 7 Farben der Regenbogen und man sprich von den 7 freien Künsten und 7 Tugenden.

Die Neun ist die Potenz von drei, verstärkt also die heilige Zahl. 9 Teile hat der Salomonische Tempel, 9 ist die Meisterzahl, nämlich 3 mal 3. Wir kennen die 9 Musen und eine Mutter trägt ihr Kind 9 Monate.

 

 

Zauberflöte

Mozart letzte, 1791 komponierte Oper gilt als die Freimaureroper. In ihr spiegeln sich für den aufmerksamen Betrachter und Zuhörer die Hauptelemente der freimaurerischen Initiation. Auch sie ist voll von Zahlensymbolik. Die Zauberflöte ist zugleich einfach und rätselhaft, komisch und erhaben, primitiv und weise, irdisch und überirdisch - eben vieldeutig wie die Freimaurerei.

 

 

Zirkel

Symbol des Meisters und eines der drei großen Lichter. Er ordnet die Welt mit seinem Rundschlag zum Kreis. Der Zirkel beschreibt in seiner Anwendung einen Kreis, ein Gebilde ohne Anfang und Ende. Wie der Zirkel nur ein Mittel ist, um einen Kreis zu beschreiben, so ist die Loge nur ein Mittel für die Ideale der Freimaurerei.