Konstitution

Inhaltsverzeichnis

 

Präambel

  • Angesichts der Tatsache, dass Andersons „Alte Pflichten“ von 1723 in ihrer Bedeutung und Wirksamkeit vielerorts durch Lehrmeinungen und dogmatische Zwänge verdeckt werden, die dem ursprünglichen Sinn der Freimaurerei widersprechen,
  • in dem Bewusstsein, dass diese „Alten Pflichten“ einer unserer Zeit gemäßen Interpretation bedürfen, und ihre Fortschreibung finden u. a. in den „Neuen Pflichten“ (Wien, 1995),
  • in dem Bestreben und mit dem festen Willen, der Gewissensfreiheit als höchstem Gut des Freimaurers ihren vorrangigen Platz einzuräumen und zu sichern,
  • im Sinne der universellen Bestrebungen, ausgedrückt im „Appell von Straßburg“ vom 22. Januar 1961, die Freimaurerei wieder zu einer uneingeschränkten Weltgeschwisterkette zu einen, die alle Menschen guten Willens gleichberechtigt und frei umfassen soll,
  • eingedenk des Bekenntnisses der Freimaurer zu den Menschenrechten und zu einer freiheitlich demokratischen Gesellschaftsordnung und somit auf der Basis
    • der Deklaration der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen,
    • der Charta der Grundrechte der Europäischen Union,
    • des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland,
  • mit dem Ziel schließlich, eine humane, demokratische und dogmenfreie Ordnung für freimaurerische Logen in Deutschland, Brüder & Schwestern umfassend, einzuführen,
  • und weiterhin im Sinne des Projekts der Menschen-Pflichten des Inter Action Council bei den Vereinten Nationen

beschließen die unterzeichnenden unabhängigen, gerechten und vollkommenen, in den Graden Lehrling, Geselle und Meister arbeitenden Logen, die nachfolgende Konstitution:

Grundlagen und Ziele des SGOvD

Grundregeln

  1. Grundlage des SGOvD sind die „Alten Pflichten“ (Art. 1) von Anderson aus dem Jahre 1723 in einer unserer Zeit entsprechenden Übersetzung.
    Getreu diesen „Alten Pflichten“ von 1723 ist die Freimaurerei ein Bund freier, unbescholtener Männer und Frauen, die sich in dem Streben nach Sittlichkeit und Recht ihrem eigenen Gewissen verpflichtet fühlen. Freimaurerei macht es sich zur Aufgabe, Freundschaft unter Menschen zu stiften, die außerhalb des Bundes sich ständig fremd geblieben wären.
  2. Der Bund verzichtet auf Bekenntnisse und Lehrmeinungen, bzw. politische oder religiöse Weltanschauungen. Dogmen sind seinem Wesen fremd.
    Darum wird niemandem vorgeschrieben, welche religiösen, wissenschaftlichen und sonstigen Vorstellungen er vom Weltganzen, seiner Entstehung und seinem Sinn haben soll.
    Dies ist ausschließlich Sache des Einzelnen, seine Gewissensfreiheit wird uneingeschränkt respektiert.
    Keinem rechtschaffenen Menschen wird wegen seines Geschlechts, seiner Nationalität, seiner Religion bzw. seiner kulturellen, ethnischen oder sozialen Herkunft die Mitgliedschaft verweigert.
  3. Humanität und Toleranz gelten als oberste Grundsätze des SGOvD. Somit ist das ethische Ziel der Freimaurerei, ihren Mitgliedern respektvolle Toleranz und Vorurteilslosigkeit nahe zu bringen.
  4. Die Mitglieder des SGOvD öffnen sich einem Ritual, das zu Selbsterkenntnis führen kann. Die gemeinsame rituelle Arbeit im Tempel soll es erlauben, den kritischen Blick auf sich selbst zu richten, in sich selbst zu schauen. Weiterhin dient sie dem Zweck, die Maurer, trotz ihrer persönlichen Verschiedenheiten zu einer gemeinsamen, friedfertigen Arbeit einzuweisen und ständig anzuhalten.
  5. Als Initiationsgemeinschaft gehen die Freimaurer des SGOvD davon aus, dass der einzelne Mensch nichts ist ohne die Menschheit als Ganzes, die Menschheit als Ganzes nichts sein kann ohne den einzelnen Menschen. So steht jeder Mensch und jeder Mitmensch für die ganze Menschheit.
    Im persönlichen Erleben der angeführten Werte und Grundsätze besteht das Geheimnis der freimaurerischen Arbeit.

Loge und Initiation der Freimaurer im SGOvD

Die gerechte und vollkommene Loge

  1. Die Loge ist souverän.
  2. Eine Loge ist gerecht und vollkommen, wenn sie nach altem Brauch von sieben Freimaurern im Meistergrade errichtet worden ist.
  3. Die Loge arbeitet in den Graden Lehrling, Geselle und Meister.
  4. Der Arbeit und der Ordnung einer Loge dienen die Versammlung der Freimaurer mit dem Meister vom Stuhl und seinem Beamtenrat, dem außer ihm selbst mindestens ein 1. und 2. Aufseher, Redner, Schriftführer, Schatzmeister und Zeremonienmeister angehören.
  5. Die Loge arbeitet an einem geschlossenen und sicheren Ort, wo sich die Säulen J und B und das Musivische Pflaster ritualmäßig befinden sollten. Der Gebrauch weiterer freimaurerischer Symbole liegt in der Freiheit der Logen.
  6. Anschauung und Pflege der geschichtlichen Grundlagen der Freimaurerei und Auffassung des freimaurerischen Gedankens (bestehende Systeme) sowie die freimaurerische Arbeitsform sind Sache der Loge. Im Rahmen des SGOvD können alle Riten und Rituale bearbeitet werden außer solchen mit dogmatischem Inhalt. Jede Loge ist frei, sich diesem Rahmen ein Ritual zu wählen. Die Rituale der Logen müssen bei Eintritt oder Änderung dem Konvent zur Einsicht vorgelegt werden.
  7. Es ist Sache der Loge, sich als rein männliche oder weibliche, oder gemischte Loge zu konstituieren. Unzulässig, weil gegen den Grundsatz der allgemeinen Gleichheit verstoßend, sind Logen, die ihre Mitglieder auf eine bestimmte, insbesondere ihre ethnische Herkunft oder auf Berufsstände beschränken.
  8. Für den Umgang in der Loge gilt die Regel, dass Fragen bzw. Diskussionen über Parteipolitik oder Konfession, insbesondere Missionierung im jeweiligen Bereich außerhalb der Loge bleiben. Dies gilt nicht für allgemeine gesellschaftliche, kulturelle, politisch-soziologische, ethisch-moralische Probleme oder die wissenschaftlich forschend-fragend geführte Erörterung jedweder Fragen.
  9. Lediglich während der rituellen Arbeiten folgen Freimaurer den Weisungen des Meisters vom Stuhl. Innerhalb der freimaurerischen Organisationen gibt es darüber hinaus keine Weisungen.

Die Loge als Verein im Sinne des bürgerlichen Rechts

  1. Logen sind selbständige Körperschaften (in der Regel e. V.) mit eigener Selbstverantwortung und -verwaltung. Jede Loge ist hinsichtlich ihrer Satzung souverän und selbständig; als Mitglieds-Loge des GrossOrients von Deutschland muss ihre Satzung sich im Rahmen dieser Konstitution halten.
    Die Logen sind frei und verantwortlich in der Verwaltung und Verwendung ihres Vermögens sowie der Beschaffung und der Verwendung der für ihre eigene Organisation erforderlichen Mittel. Gleiches gilt für die Ausübung der Rechtspflege über die Mitglieder der Loge.
    Vor seiner Aufnahme werden einem zukünftigen Mitglied die Statuten und sonstige wesentliche Dokumente des Logenlebens, bekannt gemacht.

Initiation

  1. Freimaurer ist jeder, der in einer gerechten und vollkommenen Freimaurer-Loge in gebührender, den aufgeführten Mindestanforderungen genügender Form aufgenommen wurde.
  2. Mit der Aufnahme in eine gerechte und vollkommene Loge tritt der Freimaurer in die universelle Freimaurer-Kette und erwirbt das Recht, alle Logen der Welt zu besuchen, so diese ihm ihre Pforten öffnen.
  3. Die Aufnahme (Initiation) in den Grad des Lehrlings, die unter dem Zeichen des Dreiecks steht, erfolgt in einer Kammer des Stillen Bedenkens, durch Prüfungen und den Übergang von der Finsternis zum Licht. Der Inhalt der auf den Initianten zukommenden maurerischen Verpflichtungen ist diesem vorgängig bekannt zu machen.
  4. Die Beförderung in den Gesellengrad erfolgt unter dem Licht des Flammenden Sterns.
  5. Jeder Grad erfordert ein feierliches Gelöbnis. Die Gelöbnisformel sollte ihrerseits eine Klausel enthalten, die die letztendliche Gewissensfreiheit des Gelobenden garantiert.
  6. Jeder Freimaurer, ordentliches Mitglied einer Loge, gehört dieser auf Dauer an. Einmalige Doppelmitgliedschaften sind im Einverständnis mit der Mutterloge gestattet.
  7. Nach alter Überlieferung und der Überzeugung vieler Freimaurer ist die Aufnahme in die Freimaurerei unwiderruflich. Ein Freimaurer hat jedoch die Möglichkeit, aus der Loge auszutreten.“
  8. Auch Ausschlüsse aus der Loge sind im Rahmen der Satzung der Loge möglich.

Statuten des Souveränen GrossOrients von Deutschland

Gründung des Souveränen GrossOrients von Deutschland (SGOvD)

  1. Der Souveräne GrossOrient von Deutschland wurde von den Gründer-Logen durch Gründungsbeschluss auf der Basis dieser Konstitution im Rahmen eines Gründungs-Konvents als souveräne und unabhängige Freimaurer-Körperschaft (Obedienz) ins Leben gerufen.
  2. Der Gründungsbeschluss wurde in der Gründungsakte dokumentiert.
  3. Der Souveräne GrossOrient von Deutschland (SGOvD) ist als Verein nach BGB in der Bundesrepublik Deutschland in das Vereinsregister des Amtsgericht Frankfurt/Main eingetragen und hat die Gemeinnützigkeit. Seinem Vorstand müssen der GrossMeister und der GrossSchatzmeister angehören.
  4. Der Sitz des Souveränen GrossOrients von Deutschland ist der Sitz des jeweiligen GrossMeisters.

Aufgabe und Auftrag des GrossOrients von Deutschland (SGOvD)

  1. Der SGOvD ist die Dachorganisation der in ihm versammelten Logen.
  2. Der SGOvD nimmt Freimaurer-Logen auf, die sich ohne Vorbehalt zu den in den Artikeln 1 & 2 dieser Konstitution formulierten Grundsätzen bekennen und sich unter diese Konstitution als Ganzes stellen. Näheres wird in den Vereinsstatuten des SGOvD geregelt.
  3. Der SGOvD hat seine Aufgabe in der Erfüllung dieser Konstitution und erhält seinen Auftrag von den auf dem Konvent versammelten Mitglieds-Logen.
  4. Der SGOvD setzt sich im Sinne der Alten Pflichten von 1723 die Pflege und Entwicklung der Freimaurerei in Deutschland auf der Grundlage dieser Konstitution zum Ziel.
  5. Der SGOvD vertritt die in ihm vereinigten Freimaurer-Logen gegenüber deutschen und ausländischen freimaurerischen Körperschaften. In Abkehr von traditionellen Anerkennungs-Formalismen enthält sich der SGOvD jeglicher Klassifizierung seiner Beziehung zu anderen Obedienzen und orientiert sich an den Prinzipien des weltoffenen Miteinanders.
  6. Der SGOvD steht der Bildung selbständiger Hochgrade nicht im Wege und wünscht freundschaftliche Beziehungen zu ihren Lehrarten unter gegenseitiger Respektierung der Souveränität der Obedienzen. Unbeschadet des Vorstehenden bleibt das Recht der einzelnen Logen und ihrer Mitglieder, in direkten Kontakt mit anderen Freimaurern oder ihren Organisationen zu treten.
  7. Eine Zweit-Zugehörigkeit der einzelnen Logen zu spezifischen freimaurerischen Lehrarten und Großlogen ist nicht möglich.
  8. Der SGOvD vertritt die Mitglieds-Logen und ihre Interessen gegenüber allen sie berührenden Tagesfragen in Gesellschaft und Staat nach den Grundsätzen dieser Konstitution.
  9. Der SGOvD hat von den ihn konstituierenden Logen den Auftrag, in die großen gesellschaftlichen Debatten im Sinne der Grundlagen dieser Konstitution einzugreifen, insbesondere für die Menschenrechte und die Einhaltung der grundgesetzlichen Freiheiten einzutreten. Das Verfahren regelt die Geschäftsordnung des SGOvD.
  10. Der SGOvD erarbeitet das Konzept eines Projektes für ein konkretes Engagement des SGOvD und der in ihm vereinigten Logen im humanitären, philanthropischen Sektor, das es erlaubt, auf gemeinsamer Basis konkret und sozial wirksam zu werden. Ein solches Konzept wird anschließend in den Logen, danach im Konvent diskutiert. Ein Projekt bedarf der Genehmigung des Konvents.
  11. Der SGOvD legt ein Archiv an mit den Vereinsstatuten, Hausgesetzen und Ritualen der Mitglieds-Logen; seine Aufgabe ist es dabei, die Konformität dieser Texte mit der Konstitution zu überprüfen; bei Abweichungen klärt er etwaige Fragen mit der Loge; bei weiterbestehenden Differenzen informiert er den Konvent.

Mitgliedsbeiträge an den SGOvD

  1. Der Jahresbeitrag der einzelnen Mitgliedslogen errechnet sich wie folgt:
    Aus dem vom Konvent genehmigten Budget für das kommende Jahr ergibt sich der Finanzbedarf des GrossOrients. Daraus errechnet sich der Beitrag pro Mitglied der Mitgliedslogen. Grundlage der Mitgliedszahl ist die zum Zeitpunkt des Konvents aktuelle Mitgliedszahl der Loge.
  2. Der SGOvD soll nach Möglichkeit Spenden und Sponsoren einwerben. Eine Einflussnahme der Sponsoren auf die Inneren Angelegenheiten des SGOvD kann nicht erlaubt werden.

Organe des Souveränen GrossOrients

Die Organe des GrossOrients von Deutschland sind:

Konvent

  1. Der Konvent ist das souveräne, konstitutionelle und legislative Organ des Souveränen GrossOrients von Deutschland.
  2. Ordentliche Konvente sind in jährlichem Rhythmus abzuhalten.
  3. Ordentliche Konvente werden von einer oder mehreren Mitgliedslogen organisiert, deren Aufwand abgerechnet wird.
  4. Der Konvent tagt mitgliederöffentlich.
  5. Vom GrossMeister eingeladene Ehrengäste können am Konvent teilnehmen.
  6. Zu Beginn wählt der Konvent mit einfacher Mehrheit einen Konventspräsidenten, der in den vorgesehenen Wahlen nicht kandidieren darf. Der amtierende GrossMeister assistiert dem Konventspräsidenten nach dessen Maßgabe.
  7. Es muss ein außerordentlicher Konvent einberufen werden, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieds-Logen dies beantragt.
  8. Die Einberufung des Konvents erfolgt schriftlich an die Logen unter Bekanntgabe der Tagesordnung durch den GrossMeister: Dabei ist eine Frist von mindestens 90 Tagen einzuhalten. Die Frist beginnt mit dem der Postaufgabe des Einladungsschreibens folgenden Tage und endet mit dem Konvent vorhergehenden Tage.
  9. Zu Anträgen an den Konvent sind berechtigt die Mitgliedslogen, der GrossMeister, das GrossKollegium. Anträge sind an den GrossMeister zu richten, und zwar bis spätestens 30 Tage vor dem Konvent dort eingehend.
  10. Auf dem Konvent selbst sind darüber hinaus die Delegierten antragsberechtigt, soweit einem solchen Antrag ein Protokoll beigefügt wird, aus dem hervorgeht, dass der Antragspunkt in der Loge diskutiert und hierüber abgestimmt wurde.
  11. Rechtzeitig eingelaufene Anträge müssen auf die Tagesordnung gesetzt werden. Über die Beratung und Beschlussfassung später eingelaufener Anträge stimmt der Konvent ab. Er entscheidet mit einfacher Mehrheit der anwesenden Delegierten. Die Beschlussfassung zu solchen Anträgen ist ausgeschlossen, wenn sich ein Drittel der stimmberechtigten Teilnehmer dagegen ausspricht.
  12. Stimmrecht haben die delegierten Meister (nach Möglichkeit nicht alle dem Beamtenrat angehörend) der Mitglieds-Logen, soweit diese ihren Verpflichtungen gegenüber dem SGOvD nachgekommen sind,
  13. Die Zahl der delegierten Meister der Mitglieds-Logen wird in der Weise bestimmt, dass auf 15 angefangene Logen-Mitglieder ein Vertreter kommt. Diese Vertreter haben sich durch schriftliche Vollmacht ihrer Loge auszuweisen.
  14. Eine Loge, die nicht mindestens einen Vertreter entsendet, gilt als nicht vertreten.
  15. Eine wechselseitige Vertretung der Mitgliedslogen ist nicht zulässig.
  16. Aufgaben des Konventes
    1. Genehmigung der Geschäftsordnung mit Wahlordnung des Konvents, Genehmigung der Geschäftsordnung des GrossBeamtenRates mit GrossKollegium, Genehmigung der Wahl- und Geschäftsordnung des Ehren-Beirats.
    2. Beratung und Genehmigung der Jahresrechnung des SGOvD, Entlastung des GrossBeamtenRates.
    3. Beratung und Genehmigung von Sonderausgaben außerhalb des laufenden Budgets.
    4. Wahl des GrossMeisters und der GrossBeamten.
    5. Beratung und Genehmigung des Haushaltsplanes für das folgende Geschäftsjahr, sowie Festsetzung der Beiträge für den SGOvD.
    6. Wahl der Mitglieder des Ehren-Beirats auf Vorschlag der Logen entsprechend der Wahlordnung.
    7. Beschlussfassungen auf freimaurerischem und organisatorischem Gebiet mit Wirksamkeit für die Großloge bzw. die Gesamtheit der Mitglieds-Logen laut Anträgen.
  17. Der Konvent hat neben der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten den Zweck, die geistigen und geschwisterlichen Beziehungen der Mitglieder des Souveränen GrossOrients von Deutschland zu fördern. Dies ist bei Ausrichtung des Konventes durch den GrossBeamtenRat und die ausrichtende(n) Loge(n) zu beachten.
  18. Der Konvent findet seinen Höhepunkt in einer Rituellen Arbeit im 1. Grad, die durch den GrossBeamtenRat nach dem Ritual des SGOvD abgehalten wird.

GrossMeister und GrossBeamtenRat

  1. GrossMeister und GrossBeamte des SGOvD können nur solche Brr. oder Srr. sein, die nicht bereits in anderen freimaurerischen Groß-Organisationen entsprechende oder ähnliche Ämter bekleiden. Sollten sie solche annehmen wollen, müssen sie hierzu aus ihrem Amt im SGOvD ausscheiden.

GrossMeister
  1. Der GrossMeister ist der höchste Beamte und Würdenträger des Souveränen GrossOrients von Deutschland.
  2. Der GrossMeister wird jährlich neu gewählt. Seine Wiederwahl ist nur zweimal in Folge möglich.
  3. Er vertritt den Souveränen Groß-Orient von Deutschland nach innen wie nach außen, besonders auch gegenüber anderen maurerischen Körperschaften.
  4. Der GrossMeister führt zusammen mit dem GrossBeamtenRat die Beschlüsse des Konventes während des laufenden Jahres aus.
    Der GrossBeamtenRat kann bei Ausscheiden eines GrossBeamten während der Amtszeit bis zum nächsten Konvent einen kommissarischen GrossBeamten berufen.
  5. Ihm zur Seite steht ein Ehren-Beirat als Schlichtungsstelle; dieser wird nur auf Verlangen von Mitglieds-Logen in schlichtender Form aktiv. Aufgabe, Zusammensetzung, Arbeitsweise regelt die Geschäftsordnung des Ehrenbeirats; sie wird vom Konvent beschlossen.
    In allen Konfliktfällen, die über den Bereich einer einzelnen Loge hinausgehen, soll das GrossKollegium eingeschaltet werden.

GrossBeamtenRat
  1. Der GrossBeamtenRat besteht aus dem GrossMeister und den GrossBeamten. Diese sind die beiden GrossAufseher, der GrossZeremonienmeister, der GrossRedner, der GrossSekretär, der GrossSchatzmeister. Der GrossBeamtenRat arbeitet unter dem Hammer des GrossMeisters.
  2. Er verteilt seine Aufgaben nach einer Geschäftsordnung, die er selbst aufstellt und die vom Konvent zu genehmigen ist.
  3. Kostenerstattungen für Aufwendungen der GrossBeamten können nur begrenzt geleistet werden. Alles Weitere regelt die Geschäftsordnung des GrossBeamtenRates.

GrossKollegium

  1. Das GrossKollegium setzt sich zusammen aus dem GrossMeister mit den übrigen Beamten des GrossBeamtenRats, den Stuhl-Meistern der Mitglieds-Logen bzw. deren Stellvertretern und den Alt-GrossMeistern.
  2. Das GrossKollegium berät den GrossMeister und arbeitet mit ihm zusammen in allen Angelegenheiten, die die Leitung des GrossOrients zwischen zwei Konventen betreffen.
  3. Es arbeitet nach einer Geschäftsordnung, die es selbst aufstellt und die dem Konvent zur Genehmigung vorgelegt wird.

Schlussbestimmungen

  1. Änderungen dieser Konstitution:
    Ordnungsgemäß eingegangenen Anträge zur Änderungen dieser Konstitution werden auf dem laufenden Konvent beraten; Beschlussfassung hierüber kann erst auf dem nächst folgenden Konvent erfolgen; zur Zustimmung bedarf es der Zweidrittelmehrheit der Mitglieds-Logen des SGOvD.
  2. Diese Konstitution ist spätestens im 5. Jahr ihrer Gültigkeit durch das GrossKollegium oder eine von ihm einzusetzende Kommission so rechtzeitig zu überprüfen, dass etwaige Änderungsvorschläge dem nächsten ordentlichen Konvent vorgelegt werden können. Für das Verfahren gilt al. (1). Bei dieser Revision ist u. a. besonderes Augenmerk zu legen auf etwaige Erfahrungen in Streit- und Schlichtungsfällen zw. Logen-Angehörigen bzw. Logen des SGOvD.
  3. Der Konvent kann auf Antrag und nach Anhören des GrossKollegiums eine Mitgliedsloge ausschließen, wenn sie wiederholt gegen die Konstitution verstoßen hat.
    Der Beschluss ist mit Zwei-Drittel-Stimmenmehrheit der Mitglieds-Logen des SGOvD zu fassen und auf dem darauf folgenden Konvent zu bestätigen.
  4. Die Auflösung des Souveränen GrossOrientes von Deutschland kann nur auf einem Konvent beschlossen werden, wenn mindestens drei viertel aller Mitgliedslogen anwesend sind und die Auflösung mit drei viertel Mehrheit der Stimmen beschlossen wird.
  5. Das Vermögen wird einer gemeinnützigen, caritativen Organisation zugeführt, die vom auflösenden Konvent durch Mehrheitsbeschluss zu benennen ist.

Basisdokumente

  1. Die Alten Pflichten von Anderson von 1723
  2. Die „Neuen Pflichten“ (Wien, 1995)
  3. Der Appell von Straßburg vom 22. Januar 1961
  4. Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948,
  5. Die „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ vom 18. Dezember 2000
  6. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
  7. Interaction Council, Tokio: „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten

Anhang

In Ergänzung zu dieser Konstitution und gemäß deren Bestimmungen verabschiedet der Konvent folgende Regelungen (Ergänzungsdokumente), die dann gültige Anhänge zu dieser Konstitution werden und unmittelbar in Kraft treten:

Ergänzungsdokumente
  1. Gründungsakte des SGOvD
  2. Vereinsstatuten des SGOvD e. V.
  3. Geschäftsordnung mit Wahlordnung des Konventes
  4. Geschäftsordnung des GrossBeamtenRates mit GrossKollegium
  5. Wahl- und Geschäftsordnung für den Ehrenbeirat
  6. Muster für ein Hausgesetz einer Freimaurerloge
  7. Muster für eine Vereinssatzung

Beschlussfassung des Konvents vom 10. März 2007