Appell von Straßburg

Die souveränen freimaurerischen Obödienzen versammelt zu Straßburg am 22. Januar 1961

  • betrachten es als

    dringlich,
    die Bruder-Kette der Einigkeit zwischen allen Freimaurern wieder zu schließen, unterbrochen durch bedauerliche, gegen die Prinzipien der Anderson'schen Verfassung von 1723 verstoßende Ausschließungs-Maßnahmen;

    wichtig,
    hierzu gemeinsam die Wesensmerkmale eines Freimaurers zu untersuchen und zu bestimmen, unter Berücksichtigung aller Traditionen, Riten, Symbole und Überzeugungen sowie und insbesondere im Respekt der absoluten Gewissensfreiheit des Individuums;
  • halten dafür,
    dass eine Regel, die die maurerische Arbeit unter die Anrufung des „Größten Baumeisters Aller Welten“ stellt, und dass eines der drei „Großen Lichter“ das heilige Buch einer Offenbarungsreligion zu sein hat, als interne Angelegenheit dem Urteil und der Entscheidung jeder einzelnen Loge und jeder Obödienz überlassen bleiben muss;
  • beschließen,
    untereinander brüderliche Beziehungen zu pflegen und die Türen ihrer Tempel, ohne ein Recht auf Gegenseitigkeit zu fordern, jedem Freimaurer, der das Licht in einer gerechten und vollkommenen Loge empfangen hat, zu öffnen;
  • appellieren an
    alle Freimaurer, sich dieser Bruder-Kette anzuschließen, die auf vollständiger Gewissens-Freiheit des Individuums und einer perfekten gegenseitigen Toleranz basiert.

Die signierenden Obödienzen:

Groß-Orient von Österreich, Groß-Orient von Belgien, Groß-Loge AFAMvD, Föderaler Groß-Orient von Spanien, Grande Loge Nationale Française (Opera), Grand Orient de France, Nationale Italienische Groß-Loge, Groß-Orient des Libanon, Groß-Orient von Luxemburg, Groß-Loge der Niederlande, Grand-Orient de Suisse.