Bericht zum 1. Seminar der Academia Masonica

Im idyllischen Sauerland (Herscheid) trafen sich am 21. - 23. Mai Suchende und gestandene Feimaurerinnen und Freimaurer zu einem Gedankenaustausch. In einer harmonischen Atmosphäre waren Menschen zusammengekommen, die sich vorher nie gesehen und nur über die Mailingliste ihre Gedanken ausgetauscht hatten. Im Laufe des Nachmittags zeigte sich, wie eingeschränkt das Medium „Mailingliste" ist. Gestik, Lachen, Scherze und Persönlichkeit lassen sich nur bedingt über die Elektronik vermitteln.

Das Treffen begann am Freitagnachmittag mit einer Vorstellungsrunde, wobei die Fragen „Wie und warum bin ich Freimaurer geworden" und „Warum bin ich es heute noch" bzw. „Was erwarte ich von diesem Treffen" und „Was interessiert mich an der Freimaurerei" im Vordergrund standen. Ausführlich wurde über den Weg des SGOvD von der klassischen maskulinen zu einer liberalen, adogmatischen und alle Freimaurerinnen und Freimaurer einschließenden Maurerei gesprochen, wobei natürlich auch die unterschiedlichen Lehrarten der klassischen Maurerei zur Sprache kamen.

Ebenso war das freimaurerische „Geheimnis“ Thema. Die Antwort auf die Frage "Wie wirkt das Ritual auf mich" wurde von den Freimaurern sehr persönlich beantwortet und war nicht nur für die Suchenden von Interesse. Die Bemerkung einer Suchenden, die Zelebrierung des Rituals sei wie ein Gebet" ruft bei Freimaurern bestimmt ein Stirnrunzeln hervor. Aber - betrachtet man das Gebet als meditatives Zwiegespräch, dann käme man der Wirkung des Rituals schon näher.

Sehr ausführlich wurde über die freimaurerischen Symbole wie Winkel, Zirkel und Maßstab gesprochen. Es war ein Austausch von Fragen und Antworten, von persönlichen Überlegungen und Empfindungen. Freimaurer und Suchende sprachen auf gleicher Ebene miteinander, und die teilnehmenden Freimaurer/innen hatten mehrmals Mühe, nicht zuviel preiszugeben.

Der Tag klang aus mit einem guten Abendessen, vielen persönlichen Gesprächen und einem Aufeinanderzugehen, dass der Berichterstatter bis dahin selten erlebt hat. Der nächste Tag begann mit einem guten Frühstück. Danach gab es einen Vortrag mit dem Thema: „Ursprünge, Wesen und Ziele der Freimaurerei“. Der Vortrag fand sehr viel Anklang, und die folgende Diskussion war wieder geprägt von Fragen und Antworten, dem Einbringen von eigenen Erfahrungen und Wissen.

Viel zu schnell war der Vormittag vorbei und nach dem Mittagessen traten alle wieder den Heimweg an. Zusammenfassend kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt, und solch ein Treffen sollte wiederholt werden. Und für mich persönlich war die Erfahrung, dass auch junge Menschen sich stark für Freimaurerei interessieren, Ansporn weiterhin jungen Menschen Freimaurerei näher zu bringen.

Gerhard Etzold-Jordan